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Das Flüstern der Schatten

Die Last der Erinnerung

Jan-Philipp Sendkers zweiter Roman “Das Flüstern der Schatten“ verspricht einen grossen Erfolg zu werden.

„Als wäre Vertrauen etwas für Dumme. Als hätten wir eine Wahl.“ Ob nun das Vertrauen in die Geliebte, das Vertrauen in den Freund oder das Vertrauen in sich selbst.

Jan-Phillip Sendker thematisiert dieses Gefühl in seinem neuen Roman, in dem er uns in die Wirtschaftswelt des heutigen Honkong mit nimmt. Ab dem Moment, in dem man “Das Flüstern der Schatten“ zu lesen beginnt, merkt man, dass Sendker eine Menge Ahnung von China und dessen Leben hat. Er war über mehrere Jahre Amerika-Korrespondent und später Asien-Korrespondent für den Stern. Nach der Veröffentlichung seiner hochgelobten China-Reportage wagte er sich an seinen Roman “Das Herzenhören“.

Die Macht des Vergessens

Nach dem Tod seines Sohnes Justin zog sich Paul Leibovitz nach Lamma, einer Insel vor Hongkong zurück. Er vermeidet den Kontakt zur Aussenwelt, da neue Eindrücke die Erinnerungen an Justin aus zulöschen drohen. Die einzige Person die er um sich duldet, ist sein bester Freund David Zhang, der bei der chinesischen Mordkomission arbeitet. Als Zhang die Ermittlungen am Mord eines jungen, amerikanischen Geschäftsmannes auf eigene Faust weiterführt, wird Paul unfreiwillig in die Ermittlungen hineingezogen. Er ist nun gezwungen sich wieder unter Leute zu begeben, sich mit Anderen und seiner Person auseinander zu setzen.

Stimmungsvoll

Jan-Philipp Sendkers Worte regen die Fantasie an. Die Dialoge sind ausgefeilt und ausgereift, was einem das Lesen sehr schmackhaft und so praktisch zum weiterlesen zwingt. Es gibt keine Ungereimtheiten in der Handlung, alles ist schön ausgearbeitet und recherchiert. Die Szenen sind ausgeklügelt und aufeinander abgestimmt. Die Umgebung Hongkongs, die Insel Lamma und auch Davids Heimatort Shenzhen wird mit wunderschönen, aber treffenden und nicht übertriebenen Worten zusammengefasst.

China für alle

Das Buch ist empfehlenswert, im einen als Roman und im anderen, um die chinesische Wirtschaft und deren Handeln besser verstehen zu können. Die Sprache fesselt, zieht einem von Kapitel zu Kapitel, ohne dass irgendwo Stolpersteine eingebaut sind, an welchen man sich die Zähne ausbeisst. “Das Flüstern der Schatten“ eignet sich als Reiselektüre, für China- und Kulturinteressierte und Krimifans, die es nicht ganz so blutig mögen. Sendker lässt seine Erfahrungen über China in den Roman fliessen und lässt so diese einzigartige Geschichte aufleben.

Sendker, Jan-Philipp: Das Flüstern der Schatten

Roman, Blessing München 2007

447 Seiten, CHF 34.90 / Euro 19.95

ISBN: 978-3-89667298-4

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Geschrieben: Paige Hicks, Andrea Niederberger und Stefanie Schlatter 

30.3.08 20:24


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